Eine Analyse der Reichmuth-Vorlesung an der Universität Zürich: Prof. Carmen Reinhart (Harvard Kennedy School, ehem. Chefökonomin der Weltbank) über Staatsschulden, die KI-Blase und den Dollar — und warum die Schweiz das Gegenmodell ist.
Reinhart: öffentliche Schulden zuletzt so hoch wie am Ende des Zweiten Weltkriegs — aber die Ausgangslage ist heute schwieriger. Quelle: Vortrag, Uni Zürich
Nicht die hohe Schuld allein ist das Problem, sondern die Rückkehr zu normalen Zinsen — sie verwandelt eine tragbare Last in einen wachsenden Budgetposten.
Reinhart: die Investitionen des Rests der Welt in US-Aktien stehen auf einem Allzeithoch — und der Anstieg ist praktisch vollständig KI. Quelle: Vortrag, Uni Zürich
Reinhart ist keine KI-Pessimistin — es reicht, dass nicht jeder ein Gewinner ist. Das Risiko sitzt im Hebel und in der Undurchsichtigkeit, nicht in der Technologie selbst.
Reinhart: 2008 war China die Wachstumsmaschine der Welt und stützte mit Konjunkturprogrammen. Dieser Puffer fehlt heute — die Weltwirtschaft startet aus einer wackeligeren Ausgangslage.
Besonders relevant für Japan und Italien — ein großer Teil der EZB-Anleihekäufe zielte gerade auf diese Schleife bei italienischen Banken. Und sie berührt die Unabhängigkeit der Notenbank.
Alle historischen Marker zeigen: Der Dollar spielt weiter seine Ankerrolle. Selbst China verleiht ins Ausland in Dollar, nicht in Yuan. Dornbusch: Man geht nur auf eine Party, wenn man sie auch verlassen kann.
Je höher die Staatsschuld, desto größer der Druck auf die Notenbank, die Zinsen tief zu halten — genau das meint Reinhart mit „de facto" bedrohter Unabhängigkeit.
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HDH Macro Intelligence – next week.