Ein Vortrag von Prof. em. Dr. Lino Guzzella (früherer ETH-Präsident) am IWP Luzern, übersetzt ins HDH-Warum-Format: Wirkungsketten von der Kilowattstunde bis zur Geopolitik.
„Energie ist nicht alles, aber ohne Energie ist alles nichts." – Lino Guzzella, IWP Luzern
Nach der alten malthusianischen Logik müssten wir längst verhungern. Warum tun wir es nicht? Die Antwort ist eine physikalisch bewiesene Kausalkette — nächste Folie.
„Wir hören einfach auf mit den Fossilen" — Guzzellas Rückfrage: Und wie ernährst du dann die Hälfte der Welt? Das ist keine Korrelation mehr, sondern Kausalität.
Nicht der Ausfall an sich ist das Problem, sondern die Transiente — der Übergang, in dem wir schlecht aufgestellt sind. Die 16 % kommen zurück, aber langsam.
Kohle ist der schmutzigste Primärenergieträger, aber praktisch unbegrenzt — Guzzella erwartet, dass ihr Verbrauch weltweit zunimmt. Aus Kohle lässt sich Gas, Diesel, Benzin und Kerosin machen.
Die Kausalität ist rein ökonomisch: In den USA halbiert der Wechsel von Kohle auf billiges Frack-Gas den CO₂-Ausstoß. Der Markt hat dort mehr fürs Klima getan als die Absichtserklärung in Europa.
Feynman nach Challenger: „Reality must take precedence over ideology, because nature cannot be fooled." Genau das ist der Maßstab. Guzzellas Frage: Wo sind die Lieferverträge mit den Nachbarn?
Versorgungssicherheit ist ein Standortfaktor ersten Ranges. Wer auf Hoffnung plant, plant am Ausfall vorbei.
Energie ist nicht alles, aber ohne Energie ist alles nichts.
Bleib informiert. HDH Macro Intelligence – next week.